Wer auf seinem Gebiet Experte ist, kann mit einem E-Book durchaus etwas Geld verdienen. Dazu muss das veröffentlichte Buch allerdings erst einmal bekannt werden. Für den Weg zum Erfolg gibt es verschiedene erfolgversprechende Strategien.

Exemplare an Testleser verschenken

Für veröffentlichte E-Books bieten verschiedene Plattformen eine kostenlose Version für wenige Tage pro Monat oder Quartal an. Wird das Publikum bei neuen Büchern darauf aufmerksam, kommen mit dem Verschenken viele Klicks zusammen. Dafür gibt es zwar noch kein Geld, aber Aufmerksamkeit. Je mehr Downloads ein Buch hat, desto höher kommt es ins Beliebtheitsranking. Es wird somit wahrscheinlicher, dass nach der Verschenkaktion auch Käufer das E-Book haben möchten. Allerdings birgt dieser Weg das Risiko negativer Rezensionen, wenn Leser mit der Neuerscheinung trotz kostenlosem Test unzufrieden sind.

E-Book-Werbung auf Social Media

Soziale Netzwerke sind längst fester Bestandteil von Onlinemarketing. Wer bereits eine eigene Website betreibt, kann diese mit Social Media verlinken und so die Neuveröffentlichung zur Diskussion stellen. Zum Beispiel kann es sich durchaus lohnen, für ein kleines Preispaket Likes bei Facebook kaufen und mit den entsprechenden Accountinhabern in direkten Kontakt zu treten. Diese stoßen bestenfalls eine Diskussion an und teilen das Thema mit weiteren Freunden. Lohnenswert ist dieser Weg nur, wenn die Kontaktierung im kleinen Zeitfenster von höchstens 72 Stunden, besser 24 Stunden, erfolgt.

Rabattaktionen mit der Plattform aushandeln

Eine Preissenkung auf ein E-Book ist erstens legal und zweitens eine Chance für ein besseres Ranking. Dazu muss allerdings so verhandelt werden, dass nicht nur auf einer Veröffentlichungsplattform, sondern bei allen für eine Weile der Preis sinkt. Die Rabattaktion verlangt im Vorfeld ordentlich Werbung. Etwa eine Woche vor dem Start sollte ein möglichst breites Publikum angesprochen werden. Die eigene Website ist dafür in Kombination mit Abonnentenaktionen und Social Media optimal geeignet. Wer mag und bereits am nächsten E-Book schreibt, kann darauf schon in dieser Phase aufmerksam machen.

Gewinnspiele auf der eigenen Website

Experten testen Experten – so könnte ein Gewinnspiel über das E-Book-Thema heißen. Angeboten wird ein solches Quiz am kostengünstigsten auf der eigenen Website, beworben wie gehabt auf allen Onlinekanälen. Ein kleiner Preis für die besten Quizzer macht neugierig, führt das gewünschte Publikum zur Website und hier zum Buch. Durch das Rätseln um Fragen ergeben sich zunächst nicht mehr Buchverkäufe. Aber Leser diskutieren möglicherweise darüber, hinterlassen Kommentare und machen so Seite und E-Book bekannter. Die eine oder andere Gewinnspielseite bietet für einen kleinen Preis sogar die Spielveröffentlichung bei sich selbst an.

Lesungen organisieren

Ein E-Book ist kein physisches Buch und dennoch ideal, um Lesungen dafür zu organisieren. Zielgruppe ist hier ein lokales bzw. regionales Publikum. Wer sich ohnehin für die Bekanntmachung bei Facebook Likes kaufen möchte, kann über diese Accountinhaber direkt zum Teilen am Wohnort oder in der Region der Geschäftsadresse aufrufen. Bestenfalls filmt ein Freund die Lesung. Diese kann nun online als Video veröffentlicht werden. So wird aus einem simplen E-Book ein Event mit starker späterer Werbewirkung.

Auch für eBooks lassen sich interessante Lesungen organisieren

Zu Diskussionen online einladen

Hat das E-Book genügend Aufmerksamkeit bekommen, ist es Zeit für Diskussionen. Diese finden besonders gut ein Publikum in Form von Podcasts. Wenigstens fünf bis sechs echte Leser sollten dafür ein Testexemplar kostenlos bekommen. Sie treffen sich zu festgelegten Terminen und besprechen den Buchinhalt. Gut eignen sich zum Beispiel bei einem DIY-E-Book echte Heimwerker, die bestenfalls einige der Tipps selbst ausprobiert haben. Auch negative Diskussionsbeiträge sollten mit veröffentlicht werden. Je mehr Meinungen ein E-Book vorweisen kann, desto wahrscheinlicher findet es neue, neugierige Leser.

Autorennetzwerk zum gleichen Thema aufbauen

Experten unter sich sind keine Einzelkämpfer. Vielmehr zeugt es von Aufgeschlossenheit, wenn ein Buchautor sich mit anderen Autoren des gleichen Themas oder ergänzender Literatur zusammen tut. Gute Netzwerkmöglichkeiten bieten zum Beispiel Xing und LinkedIn. Aber auch alle anderen sozialen Netzwerke vereinen Gleichgesinnte. Statt in Konkurrenz um die meisten E-Book-Verkäufe zu treten, lebt die gemeinsame Werbung von der Vielfalt. Das kann für alle Netzwerkteilnehmer den Bucherfolg verbessern.

Werbeeinblendungen bei Facebook und Google

Der Erfolg bezahlter Werbeeinblendungen bei Google ist als zweifelhaft einzuschätzen. Allerdings lohnt sich dies für kurzfristige Werbeaktionen zum überschaubaren Paketpreis. Generell sollte auch auf Facebook die Werbung keine Dauerschleife werden. Denn wenn potenzielle Leser permanent in einer Community oder Gruppe mit dem E-Book konfrontiert sind, fühlen sich einfach nur genervt. Werden Werbeeinblendungen allerdings sparsam dosiert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das Interesse bei der angestrebten Zielgruppe langfristig zu verbessern.

Fazit:
Genau wie bei einem gedruckten Buch verlangt das Vermarkten von E-Books eine kluge Marketingstrategie. Neben kostenloser Werbung sollte dazu auch eine eigene Website bereitstehen, einmal für Kontaktanfragen und zum anderen für immer wieder kleine Kampagnen. Mit Lesungen und deren Veröffentlichung als Video lässt sich die Neugier zusätzlich steigern.