Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen war für manche ein Traum, für andere ein Alptraum. Die Vergabe der Olympischen Winterspiele an den Mitbewerber Tokio hat das Internationale Olympische Komitee rund um Garmisch-Partenkirchen – genau wie bei den Mitstreitern München und Schönau am Königssee – ein durchaus geteiltes Echo hinterlassen.

Olympia-Skispungschanze - Olympiastadion - Gudiberg

Olympia-Skispungschanze und Olympiastadion am Fuße des Gudiberg | Foto: pixabay.com

Ist die olympische Idee am Ende?

Dem IOC wird nicht verborgen geblieben sein, dass es vor Ort nicht nur Olympia-Befürworter gab. So gab es Grundstückseigner, die Ausbaupläne für Sportstätten blockierten, andere kritisierten, dass Großprojekte dieser Art nicht zeitgemäß seien, die Umwelt verschandelten und mit unwägbaren finanziellen Risiken für die Städte und Gemeinden behaftet seien. Mit der Entscheidung, eine erneute Olympia-Kandidatur für die Winterspiele 2022 erst gar nicht anzustreben, haben die Bürger von Garmisch-Partenkirchen ein eindeutiges Zeichen gesetzt. „Die Zeit“ schreibt gar, das IOC habe die olympische Idee zu Tode kommerzialisiert.

Youtube-Video von Stadtmagazin München 24 zum Bürgerentscheid zu Olympia-Bewerbung 2022


Münchens OB bedauert als Olympia-Befürworter bedauert das Ergebnis.

Olympische Winterspiele 1936 und 1940

Zurück bleibt bis in alle Ewigkeit die Erinnerung an die Olympischen Winterspiele 1936, die letztlich zur Vereinigung von Garmisch und Partenkirchen führte. Die Gemeinden zu beiden Ufern der Partnach hatten schon seit langem in Symbiose gelebt, so hielten seit 1899 Züge im „Bahnhof Garmisch-Partenkirchen“ und auch SPD und Alpenverein führten den Doppelnamen. Auch die Gründung einer Stadt „Werdenfels“ war im Gespräch; dennoch bewirkte erst massiver Druck seitens der NSDAP die Gründung der „Marktgemeine Garmisch-Partenkirchen“. Die Winterspiele 1936 können auf Grund des historischen Kontextes auch nicht als gelungen bezeichnet werden. Als Mahnmal an den Zweiten Weltkrieg steht das Olympiastadion der ausgefallenen Winterspiele von 1940 am Fuße der Skisprungschanze. Es ist ein architektonisches Relikt, das an die Zeit von Juni bis November 1939 zurückblicken lässt, in der sich Garmisch-Partenkirchen als Veranstalter der kommenden Olympischen Winterspiele fühlen durfte.

Zugspitze - Deutschlands höchter Berg

Zugspitze, vom Zugspitzplatt, das heißt von der Südseite; das Wichtigste von links nach rechts: von links kommen aus Tirol die Drahtseile der Ehrwalder Zugspitzbahn, dann das Münchner Haus vom Deutschen Alpenverein und dann die Bergstation der Gletscherbahn und ganz rechts das Gipfelkreuz von Deutschlands höchstem Berg (2962 m, Ostgipfel). Hinzu kommt noch die Eibseebahn, die nicht im Bild ist, weil sie von der Nordseite herankommt. | Foto: Weltenbummler

Garmisch-Partenkirchen heute

Richtig großes Geschichtsbewusstsein hat die Marktgemeinde von 1945 bis heute laut nolympia.de nicht gezeigt, auch heute gibt’s auf deren Webseite gapa.de zur Historie nur Alpenfolkore. Die Verbindung mit Olympia und dem IOC jedenfalls scheint von einem Fluch belegt. In puncto Wintersport ist und bleibt Garmisch-Partenkirchen auch ohne Olympia wirklich absolute Spitze. Das liegt zum einen an internationalen Spitzensport-Veranstaltungen wie die Vierschanzentournee oder der alpine Skiweltcup, die hier jedes Jahr präsent sind. Zudem hat die Region auch für den Breitensport Top-Angebote aufzuweisen. Mit dem Skigebiet Garmisch Classic und dem Gletscherskigebiet auf dem Zugspitzplatt (Skisaison von November bis Mai) gibt es für Alpinsportler Areale, die zumindest in Deutschland einzigartig sind. Ein  ehemaliges Skigebiet wurde hingegen zurückgebaut: Auf dem Wank gibt es seit 2003/04 keinen Alpinskilauf mehr. Das Gebiet ist jetzt ganzjährig Wanderern, Langläufern sowie Paraglidern vorbehalten.

Wankbahn - Garmisch-Partenkirchen

Coca Cola-Werbung auf Bayrisch in Weiß auf Blau. Die Wankbahn befördert schon lange keine Skifahrer mehr. | Foto: Weltenbummler

Weitere Quellen: